Stabilität im internationalen Standardsetting: IDW fordert Anpassungen

Das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) hat auf die Umfrage des IAASB und IESBA reagiert und fordert eine stärkere Marktorientierung im internationalen Standardsetting. Dabei betont das IDW die Notwendigkeit von Stabilität und Verhältnismäßigkeit in den Standards, um den tatsächlichen Bedürfnissen der Unternehmen gerecht zu werden.

Fokus auf Stabilität im Standardsetting

In der kürzlich durchgeführten Umfrage „Joint Stakeholder Survey: Shaping IAASB and IESBA Strategies for 2028–2031“, die vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) und dem International Ethics Standards Board for Accountants (IESBA) initiiert wurde, hat das IDW seine Position deutlich gemacht. Es plädiert für eine Fokussierung auf bestehende Standards und lehnt eine übermäßige Inflation neuer Regelungen ab. Veränderungen sollten nur bei nachgewiesenem Bedarf und klarem Mehrwert angestrebt werden.

Relevanz für Unternehmen

Für kleine und mittlere Unternehmen stellt die Aufforderung des IDW, sich an tatsächlichen Marktbedürfnissen und -entwicklungen zu orientieren, eine wesentliche Handlungsgrundlage dar. Insbesondere in Bezug auf Themen der Technologie und die Abhängigkeit von Dritten, sieht das IDW Handlungsbedarf. Unternehmen sind gefordert, sich proaktiv mit den Herausforderungen auseinanderzusetzen, die sich aus der Dynamik des Marktes ergeben.

Konkretisierte Risiken im Standardsetting

Die Risiken, die aus reaktiven oder politisch motivierten Änderungen von Standards entstehen, können für Unternehmen gravierend sein. Eine instabile Standardbasis erhöht die Compliance-Risiken, da unklare Regelungen zu Verwirrung und Unsicherheiten innerhalb der Belegschaft führen können. Diese Unsicherheiten könnten die Wahrscheinlichkeit von Wirtschaftskriminalität steigern, insbesondere wenn Mitarbeitende in ihrer Handlungsweise nicht klar angeleitet werden.

Präventive Maßnahmen zur Risikominimierung

Um den genannten Risiken entgegenzuwirken, ist es entscheidend, dass Unternehmen präventive Maßnahmen ergreifen. Die Implementierung effektiver interner Kontrollsysteme (IKS) kann helfen, Aufdeckungswahrscheinlichkeiten zu erhöhen und somit potenzielle Täter abzuschrecken. Zudem sind Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen für Führungskräfte und Mitarbeitende unerlässlich, um ein Bewusstsein für die Frühwarnzeichen wirtschaftskrimineller Handlungen zu schaffen.

Empfehlungen zur Stärkung der Unternehmensintegrität

Unternehmen sollten die Effektivität ihrer internen Abläufe regelmäßig überprüfen und sicherstellen, dass ausreichende Kontrollinstanzen vorhanden sind. Investieren Sie in präventionsorientierte Maßnahmen, bevor es zu einem Schadenfall kommt. Etablieren Sie zudem interne Meldewege für Verdachtsfälle – anonym und vertraulich, um das Vertrauen in die Unternehmensführung zu stärken.

Quelle: Institut der Wirtschaftsprüfer