Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG warnt vor mehr Wirtschaftskriminalität durch KI. Doch nach wie vor sind das größte Problem für Unternehmen meist nicht externe Greifer, sondern Betrugsfälle durch Mitarbeitende.
Die zunehmende Bedrohung durch KI-basierte Wirtschaftskriminalität stellt für viele Unternehmen in Deutschland ein ernst zu nehmendes Risiko dar. Während 71 Prozent der befragten Unternehmen dieses Risiko als hoch einschätzen, sind proaktive Maßnahmen zur Risikominderung unerlässlich, um die Integrität der eigenen Prozesse und Daten zu sichern, so die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG.
Wachsende Risiken durch KI-basierte Angriffe
Immer mehr Unternehmen erkennen die Gefahren, die mit der Nutzung von Künstlicher Intelligenz verbunden sind. Laut einer aktuellen Studie schätzen 58 Prozent der befragten Firmen eine Zunahme solcher Angriffe in den kommenden Jahren. Besonders in den Bereichen IT-Sicherheit und unzureichende Schulungen sehen Unternehmen die größten Risikofaktoren. Berichte zeigen, dass die IT-Systeme häufig als zentrale Tatorte für kriminelle Aktivitäten fungieren, was die Dringlichkeit von effektiven Sicherheitsmaßnahmen unterstreicht.
Praktische Implikationen für kleine und mittlere Unternehmen
Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bedeutet dies, dass sie besonders in der Pflicht stehen, ihre internen Strukturen zu stärken. Da viele Schäden durch Wirtschaftskriminalität von Mitarbeitenden verursacht werden, sollten KMU gezielte Schulungen durchführen, um das Bewusstsein für Risiken zu stärken. Zudem ist eine regelmäßige Risikobewertung essenziell, um potenzielle Schwächen in den internen Abläufen rechtzeitig zu identifizieren und zu beheben.
Konkrete Risiken für Unternehmen
Die Risiken gehen über den rein finanziellen Schaden hinaus. Betrugsfälle können zu Vertrauensschäden führen, die sich langfristig auf die Kundenbeziehungen und das Unternehmensergebnis auswirken. Beispielsweise verzeichneten 51 Prozent der betroffenen Unternehmen eine Verletzung von Geschäftsgeheimnissen, und die Wahrscheinlichkeit der Aufdeckung solcher Fälle ist rückläufig. Nur fünf Prozent der Fälle wurden in letzter Zeit zufällig entdeckt, was die Notwendigkeit eines systematischen Ansatzes zur Aufdeckung von Wirtschaftskriminalität unterstreicht.
Ein realistischer Blick aus der Praxis
Unklar bleibt bei der Studie der Wirtschaftsprüfer, auf welchem Weg KI für Betrug genutzt wird. Oft wird dabei zuerst an kriminelle Organisationen gedacht, die von außen ein Unternehmen angreifen. Doch egal ob mit oder ohne die Hilfe von künstlicher Intelligenz, Betrugsfälle mit hohen Schadenssummen werden oft von den eigenen Beschäftigten verübt.
Um sich gegen Wirtschaftskriminalität zu wappnen, sollten Unternehmen präventive Maßnahmen ergreifen. Dazu gehört die Etablierung von internen Meldewegen für Verdachtsfälle, die anonym und vertraulich genutzt werden können. Auch regelmäßige Schulungen und Risikoanalysen helfen dabei, frühzeitig auf potenzielle Bedrohungen zu reagieren. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz kann in der IT-Forensik ebenfalls von Vorteil sein, um Risiken präventiv zu identifizieren und somit die Aufdeckungswahrscheinlichkeit zu erhöhen.
Quelle: KPMG Pressemeldung

