Interne Revision im DACH-Raum: Ein Ausblick 2026

Die Enquete 2026 zur Internen Revision zeigt, wie Unternehmen durch die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) und Cybersecurity ihre Prüfungsansätze optimieren können. Angesichts der zunehmenden Bedeutung von Governance und Risikomanagement ist es für Organisationen entscheidend, sich den aktuellen Herausforderungen zu stellen.

Die Rolle der Internen Revision im Wandel

Die aktuelle Enquete 2026, durchgeführt von DIIR, IIA Austria und IIA Switzerland, dokumentiert die Trends und Entwicklungen der Internen Revision in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein. Die Studie zeigt, dass die Interne Revision heute strategischer denn je agiert und eng mit Governance, Risikomanagement sowie Unternehmensführung verknüpft ist. Besonders hervorzuheben ist, dass Künstliche Intelligenz das zentrale Zukunftsthema der Internen Revision darstellt. Organisationen beginnen bereits, erste Erfahrungen mit KI zu sammeln, und investieren in erforderliche Kompetenzen, um die Qualität ihrer Revisionsarbeit zu steigern.

Praktische Implikationen für kleine und mittlere Unternehmen

Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist die Integration von Technologien wie KI nicht nur eine Option, sondern eine Notwendigkeit, um im Wettbewerb bestehen zu können. Die Studie zeigt, dass Cyberrisiken nach wie vor das wichtigste Prüfungsfeld darstellen. KMUs sollten daher verstärkt in ihre internen Kontrollsysteme investieren, um den Anforderungen an Governance und Compliance gerecht zu werden. Die Erkenntnis, dass die Interne Revision zunehmend als strategischer Partner wahrgenommen wird, sollte Anreiz genug sein, um die eigene Risikobewertung und Aufdeckungswahrscheinlichkeit zu erhöhen.

Risiken und Herausforderungen

Die Enquete 2026 hat klare Herausforderungen identifiziert, die Unternehmen nicht ignorieren sollten. Der Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeitende bleibt eine zentrale Herausforderung, da talentierte Fachkräfte in der Internen Revision rar werden. Zudem ist das Risiko von Wirtschaftskriminalität, insbesondere durch Mitarbeitende, hoch. Oft werden interne Ermittlungen notwendig, um Verdachtsmomente professionell zu klären und Vertrauen wiederherzustellen. Die Dunkelziffer bei vermuteten Unterschlagungen ist in Unternehmen ohne standardisierte Kontrollprozesse besonders hoch. Daher ist es essenziell, präventive Maßnahmen zu ergreifen, um ein Vertrauensschaden zu vermeiden.

Präventive Maßnahmen zur Minimierung von Risiken

Um den Risiken der Wirtschaftskriminalität entgegenzuwirken, sollten Unternehmen präventive Maßnahmen implementieren. Ein effektives Hinweisgebersystem kann dabei helfen, Verdachtsfälle anonym und vertraulich zu melden, was die Aufdeckungswahrscheinlichkeit erhöht. Zudem ist es ratsam, Mitarbeiterschulungen durchzuführen und Führungskräfte für Frühwarnzeichen wirtschaftskrimineller Handlungen zu sensibilisieren. Durch die Etablierung interner Meldewege und die Durchführung regelmäßiger Risikoanalysen können Unternehmen sicherstellen, dass sie auf potenzielle Bedrohungen vorbereitet sind.

Empfehlung für Unternehmen

Unternehmen sollten prüfen, ob ihre internen Abläufe ausreichende Kontrollinstanzen bieten. Investieren Sie in Präventionsmaßnahmen, bevor es zum Schadenfall kommt. Sensibilisieren Sie Ihre Führungskräfte für Frühwarnzeichen wirtschaftskrimineller Handlungen und etablieren Sie interne Meldewege für Verdachtsfälle – anonym und vertraulich. Eine strukturierte Aufklärung im Verdachtsfall ist entscheidend, um die Integrität des Unternehmens zu wahren.

Quelle: Deutsches Institut für Interne Revision