Eine neue Konsultation zum Thema Korruptionsbekämpfung der Deutschen Gesellschaft für interne Revision lädt Expertinnen und Experten ein, ihre Perspektiven einzubringen. Das IIA hat verbindliche Anforderungen an die Interne Revision formuliert, die Unternehmen dabei helfen werden, ihre Programme zur Korruptionsbekämpfung zu optimieren und Compliance-Risiken zu minimieren.

Was ist das Thema?
Der Entwurf eines neuen Topical Requirement des Institute of Internal Auditors (IIA) befasst sich mit der Korruptionsbekämpfung und wird aktuell zur öffentlichen Konsultation gestellt. Diese Initiative ist besonders relevant, da sie verbindliche Anforderungen an die Interne Revision definiert, die bei der Prüfung der Wirksamkeit von Anti-Korruptions-Programmen gelten. Dazu zählen Richtlinien, Schulungen sowie Whistleblower-Mechanismen. Die Konsultation läuft bis zum 23. Juli 2026, wodurch Unternehmen die Möglichkeit haben, konstruktives Feedback zu geben und ihre Erfahrungen aus der Revisionspraxis einzubringen.
Bedeutung für kleine und mittlere Unternehmen
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stehen häufig vor besonderen Herausforderungen, wenn es um die Implementierung von Compliance-Programmen geht. Der neue Entwurf kann für diese Unternehmen eine wertvolle Grundlage bieten, um ihre internen Kontrollen und Prozesse zu stärken. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit den Vorgaben des IIA kann helfen, die Aufdeckungswahrscheinlichkeit von Wirtschaftskriminalität zu erhöhen und den Vertrauensschaden zu minimieren. KMU sollten die Gelegenheit nutzen, ihre Stimme in den Konsultationsprozess einzubringen, um sicherzustellen, dass ihre spezifischen Bedürfnisse und Perspektiven berücksichtigt werden.
Konkret bestehende Risiken
Die meisten Schäden durch Wirtschaftskriminalität in Unternehmen werden von Mitarbeitenden verursacht. Faktoren wie unzureichende interne Kontrollen oder unklare Meldewege können die Gelegenheit für kriminelle Handlungen schaffen. Das Fraud Triangle verdeutlicht, dass häufig externe und interne Drucksituationen, die Möglichkeit der Tatbegehung und die persönliche Rechtfertigung zusammenkommen. Eine unzureichende Risikobewertung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Mitarbeiter in Versuchung geraten, sich unrechtmäßig zu verhalten. Daher ist es entscheidend, diese Risiken proaktiv anzugehen und systematische Präventionsmaßnahmen zu implementieren.
Geeignete präventive Maßnahmen
Um den Schutz vor Mitarbeiterkriminalität zu gewährleisten, sollten Unternehmen auf effektive Präventionsstrategien setzen. Hierzu zählen unter anderem:
- Regelmäßige Risikoanalysen, um Schwachstellen im internen Kontrollsystem zu identifizieren.
- Schulungen für Mitarbeitende, um das Bewusstsein für Compliance-Risiken zu schärfen.
- Etablierung interner Meldewege für Verdachtsfälle, die anonym und vertraulich sind.
- Implementierung von Hinweisgebersystemen, die sich als äußerst effektiv erwiesen haben.
Durch diese Maßnahmen können Unternehmen das Vertrauen ihrer Mitarbeitenden stärken und gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit für kriminelle Handlungen signifikant reduzieren.
Empfehlung für Unternehmen
Unternehmen sollten regelmäßig Risikoanalysen und Mitarbeiterschulungen durchführen. Indem sie ihre internen Prozesse kontinuierlich überprüfen und anpassen, schaffen sie eine Kultur der Verantwortung und Transparenz. Die frühzeitige Identifikation von Risiken und die Sensibilisierung der Mitarbeitenden sind entscheidend, um potentielle Straftaten zu verhindern. Aktive Präventionsmaßnahmen tragen dazu bei, das Vertrauen in die Organisation zu festigen und das Risiko von wirtschaftskriminellen Handlungen zu minimieren.

