Die Umsätze im deutschen Mittelstand haben sich im September 2026 leicht positiv entwickelt, jedoch bleibt der Lohnanstieg ein wesentlicher Kostenfaktor. Was bedeutet das für die Bekämpfung von Betrug?
Aktuelle Umsatzentwicklung im Mittelstand
Der DATEV Mittelstandsindex für Oktober 2026 zeigt, dass die Umsätze im deutschen Mittelstand im Jahresvergleich um 1,0 Prozent gestiegen sind, was sich in einem saison- und kalenderbereinigten Umsatzindex von 96,9 Punkten niederschlägt. Während mittelgroße Unternehmen eine Umsatzsteigerung von 3,2 Prozent verzeichnen, sehen sich Kleinstunternehmen mit einem Rückgang von 4,6 Prozent konfrontiert. In der Branchenbetrachtung zeigt das Gastgewerbe mit einem Plus von 10,2 Prozent die beste Entwicklung, während der Handel mit minus 1,3 Prozent am schlechtesten abschneidet.
Lohnanstieg als Kostenfaktor
Parallel zu den stabilen Umsätzen zeigt der Lohnindex einen Anstieg um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies stellt für viele Unternehmen einen erheblichen Kostenfaktor dar. Besonders im Gastgewerbe ist der Lohnanstieg mit 6,5 Prozent am höchsten. Die Beschäftigung ist weiterhin leicht rückläufig, was die Herausforderung für kleine und mittlere Unternehmen verstärkt. Während Kleinstunternehmen einen Beschäftigungszuwachs von 0,7 Prozent verzeichnen, müssen kleine und mittlere Unternehmen mit Rückgängen von 0,2 und 0,5 Prozent umgehen.
Praktische Implikationen für Unternehmen
Die unterschiedlichen Umsatzentwicklungen zeigen, dass nicht alle Unternehmen gleichermaßen von den positiven Umsatzzahlen profitieren. Insbesondere für Kleinstunternehmen und Unternehmen im Handel bestehen Risiken, die durch den Anstieg der Löhne und die rückläufige Beschäftigung verstärkt werden.
Erfahrungsgemäß erhöht wirtschaftlicher Druck oft auch die Neigung, jenseits der Legalität zu arbeiten.
Unternehmen sind davon doppelt betroffen. Einmal durch Auftragnehmer, die wirtschaftlichen Nöten durch Betrug begegnen wollen, aber auch durch eigene Mitarbeiter, die ihre Vorgaben nicht erreichen können und deshalb zu verbotenen Maßnahmen greifen.
Unternehmen sollten sich dieser Herausforderungen bewusst sein und geeignete Maßnahmen entwickeln. Eine präventive Risikobewertung kann dabei helfen, potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen und zu adressieren.
Maßnahmen zur Risikoabwehr
Die Implementierung von Hinweisgebersystemen kann dabei helfen, potenzielle Risiken frühzeitig zu identifizieren und zu adressieren. Zudem sollten regelmäßige Schulungen für Mitarbeiter und Führungskräfte durchgeführt werden, um das Bewusstsein für Wirtschaftskriminalität zu schärfen und Frühwarnzeichen zu erkennen. Durch die Etablierung interner Meldewege für Verdachtsfälle können Unternehmen sicherstellen, dass potenzielle Probleme diskret und vertraulich angesprochen werden können.
Strategische Empfehlungen für Unternehmen
Unternehmen sollten prüfen, ob ihre internen Abläufe ausreichende Kontrollinstanzen bieten. Führen Sie regelmäßige Risikoanalysen und Mitarbeiterschulungen durch. Dies trägt dazu bei, dass alle Mitarbeiter die Bedeutung von Compliance und die Risiken von Wirtschaftskriminalität verstehen. Eine proaktive Herangehensweise kann dazu beitragen, die Aufdeckungswahrscheinlichkeit von potenziellen Schäden zu erhöhen und somit das Vertrauen in die eigene Organisation zu stärken.
Quelle: Datev eG, Nürnberg

