KPMG: Potenziale von KI in Revision und Compliance nutzen

Die KPMG-Studie zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) zeigt, dass Unternehmen zwar das Potenzial von KI im Bereich Compliance erkennen, jedoch nur in geringem Maße aktiv nutzen. Die Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit, bestehende Hürden zu überwinden, um die Effizienz zu steigern und Risiken zu minimieren.

Aktuelle Nutzung von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen

Die KPMG-Studie „KI in Nachhaltigkeit und Governance: Risiken steuern, Compliance sichern“ offenbart, dass 82 Prozent der Unternehmen KI im ESG-Kontext als hoch relevant einstufen. Im Bereich Governance, Risk und Compliance (GRC) liegt dieser Wert bei 66 Prozent. Trotz dieser hohen Relevanz nutzen bislang nur 25 Prozent der Unternehmen KI aktiv im ESG-Umfeld, während im GRC-Bereich lediglich etwa 13 Prozent auf KI-gestützte Lösungen zurückgreifen. Diese Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung des Potenzials und der tatsächlichen Anwendung zeigt, dass Unternehmen noch viel Spielraum haben, um KI umfassender zu integrieren.

Hürden für den KI-Einsatz in der Praxis

Die Studie identifiziert mehrere wesentliche Hürden, die Unternehmen am breiteren Einsatz von KI hindern. 71 Prozent der Befragten führen eine unzureichende Datenqualität als zentrale Herausforderung an. Hohe Anforderungen an Sicherheit und Compliance sehen 54 Prozent der Unternehmen als bedeutendes Hindernis, während 49 Prozent auf fehlendes internes Know-how hinweisen. Diese strukturellen Barrieren erschweren die Skalierung von KI-Anwendungen über Einzelprojekte hinaus.

Obwohl KI in klar strukturierten und datenintensiven Aufgaben wie Reporting, Datenmanagement und Compliance-Prozessen bereits eingesetzt wird, bleibt der Fokus meist auf der Optimierung bestehender Abläufe. Lediglich 23 Prozent der Unternehmen im ESG- und 13 Prozent im GRC-Bereich erkennen das Potenzial von KI als Treiber für Innovation oder neue Geschäftsmodelle.

Praxiseffekte und Risiken für Unternehmen

Die Effizienzsteigerung wird von 86 Prozent der Unternehmen als der größte Mehrwert von KI angesehen. Dennoch birgt der begrenzte Einsatz von KI auch Risiken, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen, die oft über weniger Ressourcen zur Risikobewertung verfügen. Die manuelle Steuerung regulatorischer Anforderungen erhöht nicht nur das Risiko von Compliance-Verstößen, sondern kann auch das Vertrauen von Stakeholdern gefährden. Unternehmen, die sich nicht rechtzeitig mit den Möglichkeiten der KI auseinandersetzen, riskieren, hinter ihren Mitbewerbern zurückzubleiben und wertvolle Chancen ungenutzt zu lassen.

Strategien zur Überwindung von Hürden

Um die Potenziale von KI im Bereich Nachhaltigkeit und Compliance besser zu nutzen, sollten Unternehmen folgende präventive Maßnahmen in Betracht ziehen:

  • Schaffen Sie eine solide Datenbasis, um die Qualität der verwendeten Informationen zu verbessern.
  • Integrieren Sie KI stärker in bestehende Prozesse, um deren Effizienz zu steigern.
  • Schulen Sie Mitarbeitende in den Bereichen KI und Datenmanagement, um das interne Know-how auszubauen.
  • Implementieren Sie Hinweisgebersysteme, um potenziellen Risiken frühzeitig zu begegnen.

Empfehlung zur Integration von KI

Unternehmen sollten die Voraussetzungen für eine konsistente Nutzung von ESG- und GRC-Daten schaffen und die Technologie gezielt in ihre Strukturen integrieren. Sensibilisieren Sie Ihre Führungskräfte für Frühwarnzeichen wirtschaftskrimineller Handlungen, um Risiken frühzeitig zu erkennen und zu minimieren. Der gezielte Einsatz von KI kann nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch eine wertvolle Unterstützung bei der Einhaltung von Compliance-Vorgaben bieten.

Quelle: KPMG